Immer wieder höre ich von Menschen, dass sie frustriert sind, weil ihre Leistungen und ihr Engagement in ihrem Unternehmen nicht gesehen werden. Vielmehr gilt das alles als selbstverständlich. Diese Aussagen spiegeln sich auch im Hays-Report zum Schwerpunktthema „Unternehmenskultur“ wider.
72 Prozent der Befragten sehen Wertschätzung in der Kommunikation zwischen Führungskräften und Mitarbeitenden als einen zentralen Aspekt für eine erfolgreiche Unternehmenskultur. Nur 39 Prozent der Befragten sehen diesen Punkt in ihrem Unternehmen als umgesetzt an.
Immer wieder ist zu lesen, dass Führungskräfte mehr loben sollen. Nur wie wertschätzend finden Sie einen Satz wie zum Beispiel: „Das haben Sie prima gemacht!“ vielleicht noch ergänzt um die Bemerkung „Weiter so!“ oder „Sie sind toll! Auf Sie kann man sich verlassen.“?
Sicherlich kann ein so formuliertes Lob als positive Form der Beurteilung gesehen werden. Nur schafft es keine echte Verbindung zwischen Führungskraft und Mitarbeitenden.
Wie wertschätzend und verbindend finden Sie den folgenden Satz? „Dass Sie diesen wichtigen Kunden zurückgewonnen haben, erleichtert mich sehr, denn das gibt mir Sicherheit für die anstehende Budget-Planung.“
Hier benennt die Führungskraft ein konkretes Ereignis, drückt ihr damit verbundenes Gefühl aus, nämlich Erleichterung, und formuliert ihr erfülltes Bedürfnis nach Sicherheit.
Eine wertschätzend agierende Führungskraft drückt aus, wie Mitarbeitende ihr (Arbeits)Leben bereichern. Hierfür müssen Führungskräfte in der Lage sein, ihre eigenen Gefühle wahrzunehmen und die dahinterliegenden (erfüllten) Bedürfnisse zu erkennen und schließlich den „Mut“ aufbringen, dies auch auszudrücken. Dies gilt natürlich auch umgekehrt für Mitarbeitende.