Führen in der Sandwichposition. Es gibt diesen Moment, den fast jede Führungskraft kennt: Man sitzt zwischen zwei Gesprächen, zwei Welten, zwei Loyalitäten. Oben drückt die strategische Erwartung. Unten wartet das Team mit seinen Bedürfnissen.
Und irgendwo dazwischen sitzt man selbst – mit Verantwortung, Anspruch und dem Wunsch, es gut zu machen.
Viele erleben diese Sandwichposition als Belastung. Doch in Wahrheit ist sie ein Kraftfeld. Ein Raum, in dem Führung sich zeigt, formt und reift.
Dieser Artikel lädt dich ein, die Sandwichposition nicht länger als Zwickmühle zu sehen, sondern als Ort der Wirksamkeit, Klarheit und persönlichen Entwicklung.
Die Sandwichposition ist kein Engpass – sie ist ein Resonanzraum
Organisationen sind lebendige Systeme. Sie bestehen aus Erwartungen, Spannungen, Widersprüchen, Hoffnungen, Zielen und Menschen. Die Sandwichposition ist der Ort, an dem all das zusammenkommt. Nicht, weil du „dazwischen stehst“, sondern weil du verbindest.
Du bist die Person, die:
- Orientierung übersetzt
- Realitäten sichtbar macht
- Spannungen hält
- Entscheidungen ermöglicht
- Beziehungen gestaltet
Das ist keine Schwäche. Das ist Leadership.
Warum gerade hier echte Führung entsteht
Führung entsteht nicht im reibungslosen Alltag. Sie entsteht dort, wo Spannungen spürbar werden.
Die Sandwichposition ist genau so ein Ort. Sie zwingt dich, dich selbst zu klären:
- Was ist mir wichtig?
- Wofür stehe ich ein?
- Welche Verantwortung trage ich wirklich?
- Wo endet mein Auftrag – und wo beginnt mein Mut?
Wer diese Fragen nicht verdrängt, sondern annimmt, entwickelt eine innere Haltung, die weit über Methoden hinausgeht.
Zwischen den Polen: Die Kunst, zwei Wahrheiten gleichzeitig zu halten
Eine der größten Herausforderungen in der Sandwichposition ist die Fähigkeit, Ambivalenz auszuhalten.
Oben ist die Welt der Strategie, Zahlen, Geschwindigkeit. Unten ist die Welt der Menschen, Emotionen, Belastungen.
Beide Welten sind wahr. Beide sind legitim. Beide brauchen dich.
Führung bedeutet nicht, sich für eine Seite zu entscheiden. Führung bedeutet, beide Seiten zu verstehen – und daraus etwas Drittes zu schaffen: Klarheit. Orientierung. Richtung.
Das ist die eigentliche Kunst.
Die innere Bewegung: Vom Reagieren zum Gestalten
Viele Führungskräfte erleben die Sandwichposition als reaktiv:
„Ich muss Erwartungen erfüllen.“
„Ich muss vermitteln.“
„Ich muss Druck weitergeben.“
Doch die wahre Bewegung geht in eine andere Richtung:
Vom Getriebenen zum Gestalter.
Das beginnt mit einem einfachen, aber kraftvollen Perspektivwechsel:
Du bist nicht zwischen zwei Kräften eingeklemmt. Du bist der Ort, an dem diese Kräfte miteinander in Beziehung treten.
Das verändert alles.
Die psychologische Wahrheit: Spannung ist Energie
Spannung fühlt sich unangenehm an. Aber sie ist ein Zeichen von Lebendigkeit.
In der systemischen Arbeit gilt: Wo Spannung ist, ist Entwicklung möglich.
Die Frage ist nicht, wie du Spannung vermeidest.
Sondern:
Wie nutzt du sie, um Klarheit zu schaffen?
Wie nutzt du sie, um Gespräche zu öffnen?
Wie nutzt du sie, um Prioritäten zu setzen?
Spannung ist kein Alarm. Sie ist ein Hinweis: Hier lohnt es sich hinzuschauen.
Ein inspirierendes Bild: Die Führungskraft als Brücke
Stell dir eine Brücke vor.
Sie trägt Lasten.
Sie verbindet Orte.
Sie ermöglicht Bewegung.
Sie hält Spannungen aus – nicht trotz, sondern wegen ihrer Konstruktion.
Eine gute Brücke ist flexibel und stabil zugleich. Sie schwingt leicht, aber sie bricht nicht.
So funktioniert gute Führung in der Sandwichposition:
- flexibel in der Beziehung
- stabil in der Haltung
- klar in der Kommunikation
- mutig in der Verantwortung
Du bist nicht der Engpass. Du bist die Verbindung.
Was Führungskräfte stark macht: Die innere Haltung
Es gibt eine Haltung, die Führungskräfte in der Sandwichposition besonders wirksam macht:
Klarheit statt Perfektion
Aber du musst sagen, was du weißt – und was nicht.
Mut statt Harmonie
Das ist kein Scheitern, sondern Führung.
Beziehung statt Kontrolle
Sie folgen Menschen.
Verantwortung statt Rechtfertigung
Du bist Gestalter der Kommunikation.
Ein Moment der Wahrheit: Wenn du zwischen zwei Seiten stehst
Es gibt diese Situationen, in denen du spürst: Jetzt entscheidet sich etwas. Ein Gespräch, das unangenehm wird. Eine Entscheidung, die Mut braucht. Ein Team, das Orientierung sucht. Eine Geschäftsführung, die Tempo fordert.
In solchen Momenten zeigt sich deine Führungsidentität. Nicht in den Tools. Nicht in den Methoden. Sondern in deiner Haltung. Die Sandwichposition ist der Ort, an dem du diese Haltung findest – und stärkst.
Was bleibt: Die Sandwichposition ist ein Geschenk
Vielleicht kein bequemes. Aber ein wertvolles.
Sie zwingt dich, dich selbst zu klären. Sie fordert dich heraus, Verantwortung zu übernehmen. Sie lädt dich ein, Brücken zu bauen. Sie macht dich zu einer Führungskraft, die nicht nur verwaltet, sondern gestaltet.
Und genau das ist es, was moderne Organisationen brauchen: Menschen, die Spannungen nicht fürchten, sondern nutzen. Menschen, die Orientierung geben, wo andere Unsicherheit spüren. Menschen, die Führung nicht als Position verstehen, sondern als Beziehung.
Die Sandwichposition ist nicht der Ort, an dem du zerrieben wirst. Sie ist der Ort, an dem du wächst.
Wie Coaching und praxisnahe Führungsseminare die Sandwichposition transformieren
Coaching bietet einen geschützten Rahmen, in dem Führungskräfte ihre Spannungsfelder sortieren, blinde Flecken erkennen und innere Klarheit entwickeln können. Es ist der Ort, an dem aus Druck wieder Handlungsspielraum wird. Aus Überforderung entsteht Orientierung. Aus Reaktivität wird Gestaltungsenergie.
Praxisnahe Führungsseminare ergänzen diesen Prozess, indem sie erlebbar machen, wie Führung im Spannungsfeld funktioniert. Sie schaffen Erfahrungsräume, in denen Führungskräfte Rollen ausprobieren, Konfliktdynamiken verstehen, Prioritäten verhandeln und ihre Wirkung unmittelbar erleben können. Nicht theoretisch, sondern lebendig. Nicht abstrakt, sondern konkret.
Gerade in der Sandwichposition profitieren Führungskräfte von Formaten, die Rollenbewusstsein stärken, Kommunikation in Spannungsfeldern trainieren, Mut und Haltung entwickeln, systemische Perspektiven vermitteln und echte Situationen aus dem Führungsalltag bearbeiten.
Coaching und Seminare sind keine „Zusatzangebote“. Sie sind Entwicklungsräume, in denen Führungskräfte lernen, die Sandwichposition nicht nur auszuhalten, sondern souverän zu gestalten. Sie machen aus Spannungen Energie. Aus Unsicherheit Klarheit. Und aus Führung eine bewusste, wirksame Praxis.
Coaching als Klarheitsraum
Coaching schafft einen vertraulichen Raum, in dem Führungskräfte ihre Muster erkennen, Entscheidungen sortieren und innere Haltung entwickeln.
Führungsseminare als Erfahrungsraum
Seminare machen Führung erlebbar: Rollenarbeit, Priorisierung, Konfliktdynamiken und systemische Perspektiven werden praktisch erfahrbar.
„Führung wächst dort, wo Menschen sich trauen, ihre Spannungsfelder bewusst zu gestalten – nicht dort, wo sie ihnen ausweichen.“